Betriebliche Altersvorsorge zahlt sich aus

Mehr Vorsorge, weniger Steuern und Sozialabgaben –  Betriebliche Altersvorsorge zahlt sich aus
Die Altersvorsorge der Mitarbeiter aufbessern – das klingt für viele Unternehmen nach Papierkram und zusätzliche Ausgaben. Das Gegenteil ist der Fall: Betriebsrenten lassen sich schnell und einfach einrichten. Sie werden aus dem Bruttogehalt investiert und senken daher die Lohnnebenkosten. Das spart Sozialabgaben – auch für den Arbeitgeber – und Steuern. Wenn ein Arbeitgeber seinen Beschäftigten eine zusätzliche Vorsorge anbietet, vollzieht er nur, was der Gesetzgeber vorschreibt: Seit 2002 haben Arbeitnehmer einen Rechtsanspruch auf Entgeltumwandlung, wenn ein versicherungsförmiger Durchführungsweg gewählt wird (Pensionskasse, Pensionsfonds, Direktversicherung). Das gilt auch für Teilzeitkräfte. Arbeitnehmer können Teile ihres Gehalts oder Sonderzahlungen wie Weihnachtsgeld in Anwartschaften auf eine Betriebsrente umwandeln. Kleine und mittlere Unternehmen bevorzugen meist die populäre Direktversicherung. 50 Prozent Zuschuss. Um die betriebliche Altersvorsorge (bAV) neben gesetzlicher und privater Rente als dritte Säule zu etablieren, verteilt der Staat üppige Geschenke. Der Bund schießt je nach Einkommens- und Familiensituation bis zu 50 Prozent der Sparleistung zu.

Betriebsrenten liegt im Trend: Arbeitnehmer setzen zunehmend auf die Entgeltumwandlung, nachdem sie sich über diese Vorsorgevariante genau informiert haben.

Die wichtigsten Infos auf einen Blick:

  • Bei einer Entgeltumwandlung verzichtet der Arbeitnehmer auf einen Teil seines Bruttogehalts, um dafür später eine Betriebsrente zu erhalten.
  • Der Arbeitnehmer zahlt so weniger Steuern und Sozialabgaben.
  • Der Arbeitgeber muss sich an der Finanzierung nicht beteiligen, es sei denn, im Tarifvertrag wurde dies ausdrücklich festgelegt.
  • Auch bei einem Jobwechsel, selbst nach nur kurzer Einzahlungsdauer, bleiben dem Arbeitnehmer die bis zum Ausscheiden erreichten Leistungen erhalten.

Wie viel Gehalt bzw. Lohn kann pro Jahr umgewandelt werden?
Bis zu 4% der Beitragsbemessungsgrenze zur gesetzlichen Rentenversicherung können umgewandelt werden. Im Jahr 2017 können Arbeitnehmer somit für 3.048 Euro Steuern und Sozialabgaben sparen. Wer über keine weitere betriebliche Altersversorgung verfügt, kann sogar 1.800 Euro mehr, also insgesamt 4.848 Euro, umwandeln.

Wer seine VL-Leistungen für eine Betriebsrente verwendet, spart bei gleichem Nettogehalt mehr an. Denn die VL-Leistungen sind grundsätzlich steuer- und sozialabgabenpflichtig. Das gilt jedoch nicht, wenn diese in eine Betriebsrente investiert werden.

Wo liegen die Vorteile einer Entgeltumwandlung gegenüber anderen Vorsorgeprodukten?
Während der Berufstätigkeit können Arbeitnehmer Steuern und Sozialabgaben sparen. Erhält ein Ruheständler dann seine Betriebsrente, muss er diese Einnahmen zwar ebenfalls versteuern. Da man jedoch in der Regel als Rentner über weniger zu versteuerndes Einkommen verfügt, lohnt sich diese sogenannte nachgelagerte Besteuerung in den meisten Fällen.

Die betriebliche Altersvorsorge als Entgeltumwandlung stellt keine Konkurrenz zu anderen Vorsorgelösungen dar. So können Arbeitnehmer beispielsweise zusätzlich die Förderung einer Riester-Rente oder einer Rürup-Rente nutzen. Die Anwartschaften auf eine Betriebsrente, die durch Entgeltumwandlung finanziert wurden, sind sofort unverfallbar. Dies heißt: Auch bei einem Jobwechsel nach nur kurzer Einzahlungsdauer bleiben dem Arbeitnehmer die bis zum Ausscheiden erreichten Leistungen erhalten.

Wer bestimmt den Durchführungsweg bei der Entgeltumwandlung?
Für die Entgeltumwandlung stehen 3 Durchführungswege zur Verfügung: Direktversicherung, Pensionskasse oder Pensionsfonds. Unabhängig, ob sich der Arbeitgeber am Aufbau einer Betriebsrente finanziell beteiligt oder ob sein Arbeitnehmer allein die Beiträge für die Entgeltumwandlung erbringt, bestimmt der Arbeitgeber den Durchführungsweg und kann auch den Versicherer auswählen. Begründung: Der Arbeitgeber haftet für die Erfüllung der von ihm gegebenen Zusage. Daher liegt die Entscheidung der Vorgehensweise alleine in seinem Ermessen. Wird im Unternehmen die betriebliche Altersversorgung bereits über eine Pensionskasse oder einen Pensionsfonds abgewickelt, muss der Arbeitnehmer seine Entgeltumwandlung über diesen Weg durchführen. Besteht keiner dieser Durchführungswege, muss der Arbeitgeber eine Direktversicherung anbieten.

Welcher Durchführungsweg wird am häufigsten gewählt?
Der am häufigsten gewählte Durchführungsweg ist die Direktversicherung. Für diesen Durchführungsweg stehen verschiedene Policen zur Verfügung – Die klassische-, fondsgebundene- oder Hybridpolice.

Für besonders Sicherheitsbewusste eignen sich vorrangig Policen klassischer Bauart. Dort bieten die Versicherer schon bei Vertragsabschluss einen garantierten Zins auf die Sparbeiträge. Vorsorgesparer mit mehr Risikobereitschaft liegen eher mit fondsgebundenen Policen richtig. Dabei können Vorsorgesparer direkt von den Chancen des Kapitalmarkts profitieren. Wem das allerdings zu wenig ist, der kann auch auf eine Kombination aus Sicherheitsaspekten und Renditechancen setzen – der sogenannten Hybridpolice.

Welche der genannten Möglichkeiten nun die beste Option ist, lässt sich nicht so einfach beantworten. Sprechen Sie zunächst mit ihrem Arbeitgeber, ob bereits Durchführungswege für eine Entgeltumwandlung bestehen. Wenn nicht, ist eine unabhängige Beratung zu empfehlen, um einen Produkt-Check durchzuführen und gegebenenfalls Gespräche mit dem Arbeitgeber zu führen.

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HJM Finanz- und Versicherungsmakler

Hans-Jürgen Müller – beruflicher Werdegang: Steuerfachgehilfe, Bilanzbuchhalter (IHK), Ausbildungslehrgang zum Steuerberater, Fachberater der Finanzdienstleistungen (IHK), Unternehmensberater. Seit 1988 tätig als Finanz- und Versicherungsmakler.

HJM Finanz- und Versicherungsmakler hat 4,93 von 5 Sterne | 311 Bewertungen auf ProvenExpert.com